Der mittelalterliche Mauerring der Stadt Recklinghausen wies fünf Tore und 17 Türme und Türmchen auf. Die Türme hießen: Der Bischof, Eulenturm, Neuer Turm, Kiek in Bochum, Quadenturm, Beginenturm, Stephansturm, Wachturm und Kiekenturm. Die Tore waren Doppeltore, bei denen das größere in der Linie des Mauerrings stand, das kleinere war ihm zur Feldseite hin vorgelegt. Der letzte Kampf, in dem die Mauern und Tore angegriffen wurden, fand Ende 1598 statt. Seitdem ist die Wehranlage mit ihren Doppel- bis Dreifachgräben vernachlässigt worden. Zugbrücken wurden durch sichere Holzbrücken ersetzt, die man im Notfall zerstören konnte. Spätestens im Dreißigjährigen Krieg wurde jedem klar, dass die Befestigung keinen ausreichenden Schutz mehr bot. Sie wurde zuletzt von Hessen und Schweden so stark zerstört, dass große Lücken in der Befestigung entstanden.


Wie die Tore ausgesehen haben könnten, zeigt die Illustration von Jürgen Gerlach, der das Kunibertitor
(Coninbergstor = das Tor vor dem Königsberg) nach einem Kupferstich von 1643 zeichnerisch rekonstruiert hat. Das Kunibertitor wurde nach dem verheerenden Brand von 1500 komplett neu erbaut.


Steintor: Rekonstruktionsversuch nach einem Gemälde von Clemens Wolters (geb. 1875 gest. 1955)